Ein Jahrzehnt ambulanter Hospizdienst Pforzheim e.V.
Gründung und Entwicklung unseres Vereines


Geteiltes Leid ist halbes Leid. Es waren angehörige von Pflegebedürftigen, die sich Ende der 80-er Jahre als Selbsthilfegruppe im engsten Sinne des Wortes samstags im Wartezimmer des Hausarztes Dr. Albrecht Schulte trafen, um sich gegenseitig das Herz zu erleichtern und neuen Mut zu schöpfen. Die Gruppe blieb auch nach dem Tod der zu Pflegenden beisammen und machte sich Gedanken um Sterben, Tod und Trauer, mehr und mehr auch im Rahmen der seit Anfang der 80-er Jahre sich von England ausbreitenden Hospizidee.

Zur gleichen Zeit arbeitete beim Kreisseniorenrat Pforzheim-Enzkreis mit Herrn Ratschmann ein dem Hospizgedanken gegenüber sehr aufgeschlossener Vorsitzender, der Maria Schmolke anregte, weitere Kontakte in Richtung Hospizarbeit zu knüpfen. Aus diesen beiden wichtigsten Wurzeln entstand die sogenannte "Kerngruppe", die sich im Sommer 1995 zusammenfand. Sie bestand aus etwa 20 Interessierten aus verschiedenen Berufszweigen bestand und welche die Verwirklichung eines Hospizdienstes vorbereiten sollte.

Nach vielen Erkundigungen und Diskussionen über Form und Inhalt dieser als so wichtig erkannten Arbeit wurde schließlich am 4. November 1995 der Ambulante Hospizdienst Pforzheim e.V. als unabhängiger Verein gegründet. Für die Leitung des Vorstandes stellten sich vom Krankenheus Siloah Ines Sauter (Unterrichtsschwester des Diakonievereins) und Regina Mandel (katholische Klinikseelsorgerin) zur Verfügung. Unter denkbar einfachen Voraussetzungen begann nun der Aufbau des Hospizdienstes. Zunächst gab es ein Postfach, zwei Handys und eine provisorische Einsatzleitung. Treffen fanden meistens in kirchlichen Räumen oder im Krankenhaus Siloah statt. Begleitungen konnten zunächst nur sporadisch durchgeführt werden.

Die erste von bisher fünf Schulungen ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde im Frühjahr 1997 durchgeführt. Nach Einrichtung der notwendigen Supervisonsgruppen wurde am 1.8.1997 die eigentliche Arbeit in Form von häuslichen Begleitungen aufgenommen.

Während seither Begleitungen von Sterbenden und ihren Angehörigen sowie die Supervision der Begleitenden, letzteres durch von außen zugezogene Fachkräfte, praktisch ungestört verliefen, gab es innerhalb des Vereins zwischen 1998 und 2000 mehrfach Turbulenzen, ausgelöst durch unterschiedliche Vorstellungen über die Arbeit selbst und über das Verhältnis der einzelnen Organe des Vereins untereinander. Nachdem sie durchgestanden sind, ist festzustellen, dass sie nicht nur Belastungen waren, sondern auch zur Klärung grundsätzlicher Fragen einen wichtigen Beitrag geleistet haben.

Zur praktischen Arbeit: Die Supervisorinnen arbeiten auf Honorarbasis. Vorübergehend wurde die Stelle der Einsatzleiterin als Minijobstelle geführt. Im Übrigen wurde die gesamte Arbeit bis Herbst 2003 ehrenamtlich geleistet. Dies ließ sich auf Grund des zunehmenden Zeitaufwandes und der vermehrt anfallenden Verwaltungsarbeit nicht mehr länger durchhalten. Da die Krankenkassen inzwischen einen Teil der Kosten übernehmen, konnten seit Herbst 2003 drei Teilzeitstellen eingerichten werden: Für die Büroarbeit: Marie-Luise Schaan, für die Einsatzleitung: Sonja Schaudt und als verantwortliche Koordinatorin Ruth Eichenberg, letztere mit Fachausbildung in Palliativ-Krankenpflege. Ansonsten finanziert sich der Verein weiterhin selbst durch Mitgliedbeiträge, Spenden und sonstige Zuwendungen. Büroräume hatte der Verein seit 1.1.1998, zunächst beim Kreisseniorenrat in der Westlichen 104, dann bei der Diakoniestation in der Blücherstraße 7 und seit 1.7. 2003 in der Burggartenstraße 39.

Zurückblickend hat sich vor allem währen der letzten vier Jahre ein stabiles, vertrauensvolles Verhältnis zwischen Vorstand, Einsatzleitung, Einsatz- und Supervisionsgruppen sowie dem Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit entwickelt, das auch für die zukünftige Hospizarbeit eine günstige Weiterentwicklung des Ambulanten Hospizdienstes Pforzheim erwarten lässt.

Hans Martin Metzger
1. Vorsitzender 1998-2003



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