Baum

Nachgefragt - Worte eines Angehörigen

Wir Menschen werden geboren, von liebenden Eltern ins Leben geführt, werden erwachsen und gestalten in Beruf, Partnerschaft und Ehe unseren eigenen Weg als Geschöpfe Gottes. Wir vertrauen auf Zukunft und sehen in unseren Kindern Hoffnungen bestätigt. Aber wir müssen auch zunehmend erkennen, dass unser aller Leben "end - lich" ist und wir sterben müssen. Das ist das unveränderliche Gesetz alles Irdischen.

Solches sagt sich alles so einfach, wenn man "mitten im Leben" steht. Es verändert sich grundsätzlich und einschneidend, wenn ein Angehöriger den letzten Weg des Lebens antritt: So lange eigenes Bemühen und die Künste der Medizin noch Hoffnung auf Besserung geben, ist der Fortgang zwiespältig. Wenn aber alle Diagnosen - auch die der besten Fachleute - aufzeigen, dass das Sterben in einer begrenzten Zeitspanne unabwendbar ist, beginnt ein unbeschreiblich "schwerer Weg": Medizinische Versorgung, körperliche Pflege und Sicherung der tagtäglichen Bedürfnisse erfordern intensiven Einsatz von allen Menschen, die den Sterbenden begeleiten, v. a. wenn sie die Zusage gegeben haben, bis zur letzten Stunde im vertrauten eigenen Zuhause bleiben zu dürfen. Hilfe und Beistand bieten dabei auch "Dienste", die ins Haus kommen.

Aber... in all den täglich stärker belastenden Situationen wird evt. übersehen, dass der Mensch in seinen letzten Lebenstagen schon mit dem beschäftigt ist und sich geistig-seelisch, spirituell auseinandersetzt mit dem, was nun kommt: Das Sterben und der Tod. Sich auch hierbei helfen zu lassen, ist äußerst schwer!

Meiner verstorbenen Frau ging es anfangs ebenso. Aber durch die geschulte, verständnisvolle, ja liebevolle Zuwendung der Mitarbeiterinnen des AMBULANTEN HOSPIZDIENSTES ist es möglich geworden. Sie akzeptierte zunehmend den vorgezeigten Weg, fand Ruhe in den Alltagssituationen und konnte so in Frieden "einschlafen".

In ihrem Namen sage ich ein ganz inniges "D a n k e" all den Menschen, die uns in den schweren 24 Monaten Hilfe und Beistand zukommen ließen.

Helmut Nagelmann



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